Christen im Irak im Stich gelassen

Peschmerga ließen Christen im Stich

Peschmerga – „die dem Tod ins Auge sehen“ – nennen sie sich. Jahrzehntelang galten die kurdischen Milizionäre als unerschrockene Kämpfer. Ein ums andere Mal hatte Kurdenpräsident Massud Barzani den Christen versprochen, er werde sie in ihren Dörfern beschützen. „Doch als der IS kam, dachten seine Peschmerga absolut nicht daran, dem nahenden Tod ins Auge zu sehen. Sie rannten davon, Hals über Kopf, und ließen uns Christen einfach im Stich. Es war, als habe man uns ausgeliefert“, sagt der Erzbischof von Mossul, Emil Shimoun Noona.

Auch er war in jenen Tagen in Lebensgefahr, auch er ist heute ein Flüchtling in Erbil. „Wir Christen haben seitdem alles Vertrauen verloren. Wir trauen niemandem mehr: Nicht den Peschmerga, nicht der kurdischen Regierung und erst recht nicht der Zentralregierung in Bagdad. Alle haben uns verraten. Alles Vertrauen ist verloren gegangen.“ (Tagesschau)

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